7 Tipps für Dein erstes Camping Abenteuer

1. Keine Panik

Die erste und wohl wichtigste Regel beim Camping lässt sich übrigens auch problemlos auf alle Lebenslagen anwenden. Denn egal, was passiert, am wichtigsten ist es Ruhe zu bewahren.

Vor dem inneren Auge steht in Druckbuchstaben: DON´T PANIC

2. Der Platz ist begrenzt

Der Camper ist eine gemütliche kuschelige Einraumwohnung mit Aussenbad. Der Platz in so einem Home on Wheels ist jedoch begrenzt und nur bedingt erweiterbar. Und deswegen heisst es beim Camping Sparen und zwar beim Gepäck. Hier ist es vor allem wichtig sich vorab zu überlegen, wie es mit dem Stauraum in so einem Camper ausschaut, um sich dann Gedanken zu machen, ob es die dritte Jeans und das zweite Paar Sneaker wirklich braucht. Vor allem bei sperrigen Artikeln muss man etwas vorausschauend überlegen, ob man Erfolg beim „Tetris“-Spielen haben wird. Denn für das Paar Ski findet sich meistens eine Lösung, doch für den grossen Hartschalenkoffer könnte es schon wieder anders aussehen.

Das Genie beherrscht das Chaos. Oder wie war das, Einstein?

3. Ein Roadtrip mit Planungssicherheit

Erfahrene Campingsfüchse kennen bei ihren Reisenzielen schon den einen oder anderen Camping oder wissen auf einen Stellplatz mit Infrastruktur auszuweichen. Als Neuling jedoch wäre es mit Sicherheit kein glücklicher Umstand beim Campingplatz vor verschlossenen Toren mit der Aufschrift „vollbesetzt“ anzukommen oder den Campingplatz gar nicht erst zu finden. Daher ist es empfehlenswert sich eine Reiseroute festzulegen und schon vorab passende Übernachtungsmöglichkeiten zu recherchieren. Gerade im Jahr 2020 hat der Camping ein Revival erlebt und in der Hochsaison platzen die Campingsplätze regulär aus allen Nähten. Doch auch hier: keine Panik. Wenn es doch mal nichts mit der Reservierung geworden ist, schadet ein Nachfragen beim Platz nicht, da nicht jede Reservierung auch tatsächlich in Anspruch genommen wird. Zudem werden auch immer mehr Alternativen seitens Gemeinde oder Privaten angeboten. Da lohnt sich eine schelle Suche nach „Agrotourismus“ oder eine Nachfrage bei der lokalen Touristeninformation.

Chiuso! Dann müssen wir wohl weiter. Doch schöne Plätze gibt es genug 🙂

4. Wie du mir so ich dir

Als Camper, so zumindest mein Eindruck, ist man der Natur um einiges näher als bei einem durchschnittlichen Hotelurlaub. Schliesslich fällt man aus dem Bett auch glatt in den Wald oder See, wenn man ein entsprechend feines Plätzchen zum Nächtigen gefunden hat. Und vor allem weil man der Natur so nahe ist, erfordert dies das höchste Mass an Sorgfalt und Respekt. Leave nothing but footprints (tireprints?). Damit uns allen die Mutter Natur und vor allem auch der Freiraum beim Camperleben erhalten bleibt, ist es wichtig diese Grundregel pingelig zu beachten. Es wird einfach kein Müll/Dreck/Abfall jedweder Art hinterlassen, egal wo man unterwegs ist.

Auch der Biomüll eines Abendessen gehört nicht irgendwo hingebatzt, weil die Person nach Dir, muss sich ja damit auch nicht unbedingt auseinandersetzen müssen werden. Und wo wir schon bei Personen sind. Auf schönen Stellplätzen oder Campingplätzen allgemein verdienen Eure Mitmenschen ebenfalls Respekt. Bei einem netten Gruss fängt es schon mal und beinhaltet auch, dass man sich vor seinem Camper nicht gleich ein zweites Wohnzimmer einrichtet. Und das Thema Nachtruhe sollte aus sämtlichen Ferienlager auch keines weiteren Kommentars bedürfen. 😉

Leave nothing but footprints

5. Home Sweet Home

Wer zum ersten Mal einen Camper, wie den Be Active, mietet, ist vielleicht noch nicht unbedingt mit einem Auto dieser Grösse unterwegs gewesen. Ich selbst bin bei meiner ersten Bullireise nachts über die alte Brennerstrasse, die gefühlt nur eine halbe Spur breit war, bei Gegenverkehr ins Schwitzen gekommen. Aber wie gesagt: keine Panik. Man muss sich langsam mit dem neuen Vehikel vertraut machen und vor allem den Fuss vom Gas nehmen! Dasselbe gilt übrigens beim Parken oder Abbiegen, denn diese Autos sind länger als man denkt. Höher als ein Cinquecento ist das Auto übrigens auch, da lohnt es sich mal einen Blick in den Fahrzeugschein zu werfen bevor die Tiefgarage die Einfahrt rabiat verweigert.

Der Camper ist zudem auch noch mit diversen Campingspezialitäten, wie der Standheizung oder Fliessendwasser ausgestattet – ist genug Wasser dabei, wann ist der Abwassertank voll und hast Du Dich schon gefragt, wozu die ganzen Knöpfe gut sind? Keine Panik gilt es auch zu haben, wenn mal klemmt, fehlt oder kaputt geht. Im Betriebshandbuch des Fahrzeugs oder durch simples Googeln lösen sich die meisten Probleme, wie aus Zauberhand, und am Campingplatz finden sich mit an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlich viele hilfbereite „Experten“, die für alles einen Rat oder Tipp parat haben. Mit roher Gewalt übrigens erreicht man meist das Gegenteil.

Ich geb es zu…ich drück da immer noch wild rum manchmal…

6. Da kommt auch mal Wasser ins Boot

So sehr man auch hofft und bittet und den Himmel böse Blicke zuwirft, so hat man am Ende auf das liebe Wetter absolut keinen Einfluss. Es regnet wie aus Kübeln und nu? Ist auch halb so wild! Solange alle Fenster zu sind, damit der Camper nicht voll Wasser läuft, kann man sich entspannt zurücklegen und endlich das Buch, das seit einem halben Jahr auf dem Nachtschrank gelegen hat, zu Ende lesen. Das Zelt eines Aufstelldachs ist übrigens halbwegs wasserdicht, aber vor dem Abbau sollte es gut abgetrocknet sein, um Schäden daran zu vermeiden. Und ganz am Rande…wer eh im Camper unterwegs ist, der kann nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch der Sonne hinterherfahren! Manchmal reicht da nur ein kleiner Pass und man hockt wieder im Sonnenschein!

Wasser Marsch! Fast wie auf dem Camping.

7. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Ich erinnere mich noch an Zeiten, wo ich stolz wie drei Käse hoch in echten aus Papier gedruckten Karten nach dem Weg suchen mussten. Heutzutage läuft einfach gar nichts mehr ohne digitale Navigation, absolute Sackgasse. Google Maps, Maps.me und sonstige Konsorten unterstützen uns mit der Navigation, aktuellen Verkehrslage und teils sogar der Angabe der Geschwindigkeitsbegrenzung, wo sie nur können. Aber Obacht. Nur weil Google sagt, dass man entlang der Strasse zum Ziel kommt, heisst nicht immer, dass man mit der Strasse zum Ziel kommt. Ich sage nur nachts, irgendwo vor Palermo, setzte ich mir in den Kopf, wie romantisch es doch wäre am Strand zu übernachten. Als wir schweissgebadet unserem privaten Camping waren, waren wir so müde, dass wir die Frage, ob wir wieder vom Strand wegkommen vertagt haben (hat geklappt!). Wenn ihr euch nicht sicher seid, vor allem bei Dunkelheit, ob eine Strasse oder Gasse fahrbar ist, dann heisst es Aussteigen und zu Fuss sondieren. Verkehrsregeln gelten ebenfalls unabhängig davon, was Euer Navi kommuniziert, daher auch da die Augen auf. Und wenn alle Stricke reissen, hilft die gute alte Papierkarte von der Tanke oder das Nachfragen bei Einheimischen – die haben mit etwas Glück sogar einen Tipp, wo es ein schönes Plätzchen in der Nähe gibt!

Kein Grund zu hetzen, wenn man die Welt drumherum geniessen kann.

Im Winter geht man nicht campen, oder doch?

Rund um das Thema Wintercamping.

Auch beim Campen gilt: geht nicht, gibt’s nicht. Denn genauso wenig wie es «schlechtes» Wetter gibt, gibt es auch keine «falsche» Jahreszeit zum Campen. Das A und O beim Wintercampen ist natürlich die entsprechende Ausrüstung. Dazu kommen noch Ausstattun, Infrastruktur vor Ort sowie natürlich das Reiseziel. Denn Winter ist auch nicht gleich Winter.

Es gibt für die Wintermonate auch in Europa angenehm warme Camper Destinationen. Das heisst Wintercamping ist nicht immer gleich mit Schnee, Eis und kalten Nächsten verbunden. Zwei unserer Top-Ziele für Frostbeulen sind hierbei zum Einen Andalusien. Dort haben wir zu Weihnachten auch mal im Kurzarm schwitzend in der Sonne mit kaltem Cerveza für Abkühlung sorgen müssen. Zum Anderen Sizilien, wo man entweder zum Aufwärmen eine der heissen Themalquellen aufsucht. Oder zu Silvester statt Feuerwerk ein paar einsame Kletterrouten unter sommerlichen Bedingungen geniesst.

Isolation ist gut, eine Standheizung besser.

Aber auch in den heimischen Alpen sind Roadtrips im Winter alles andere als unmöglich. In erster Linie ist natürlich darauf zu achten, dass der Camper für Wintercamping geeignet ist. Da ist ein wichtiger Punkt hierbei ist eine gute Isolation des Fahrzeugs. Ist die Karosserie isoliert, hat man schon die halbe Miete. Man sollte jedoch auch nicht die Fenster vernachlässigen, da diese ohne Isolierung mit z.B. Thermomatten für einen hohen Wärmeverlust sorgen. Vor allem bei Minusgraden kommt man beim Wintercamping auch kaum um eine Standheizung herum. Falls vorhanden, können die Temperaturen nachts dann aber auch schon weit im zweistelligen Minusbereich liegen. Im Camper ist es trotzdem kuschelig warm. Ein Abstecher ins nächste Skigebiet ist somit auch mit Camper kein Problem!

500Eine Tasse Heissgetränk hat ansonsten auch noch niemandem geschadet…

Wasser im Winter.

Es gibt genug Campingplätze, die 365 Tage im Jahr geöffnet haben und für den nötigen Hygieneluxus sorgen. Wenn man dann doch mal auf 2000 m. ü. M. auf dem Parkplatz am Etna steht und nach einer anstrengenden Wanderung das Bedürfnis nach einer Dusche hat, so ist warmes Wasser ein seltenes Gut. Während die ganz Abgehärteten auch bei 0 °C und frischem Bergwind die Zähne zusammenbeissen, so ist eine weniger schmerzhafte Lösung mit einem Falteimer möglich. Hierfür einfach Wasser im Topf heiss machen und im Eimer mit kaltem Wasser auf Wunschtemperatur mischen. So lassen sich mit Hilfe eines Bechers auch ohne Kälteschmerz die Haare waschen. Last but not least lohnt es sich bei einem nahegelegenen Hotel, Restaurant oder eine Tankstelle nach heissem Wasser zu fragen, welches man dann wie gewohnt in die Tanks füllt. Im Winter sind im Alpenraum die Brunnen in der Regel ausser Betrieb, sowie Servicepoints für die Grauwasserentsorgung geschlossen. Man sollte sich frühzeitig auf die Suche machen, um nicht ohne oder mit «zu viel» Wasser dazustehen.


Wie wär´s mit Weihnachten in Andalusien und das bei 20 °C?


Beim Wintercamping gibt es jedoch auch ein paar Dinge auf die man ganz besonders achten muss.

Luftfeuchtigkeit: Pro Tag geben wir rund eine Liter Wasser über unsere Atemluft an die Umgebung ab und vor allem nachts kondensiert diese Feuchtigkeit an den kalten Fensterscheiben. Um diese Feuchtigkeit wieder loszuwerden, ist es unabdingbar morgens und abends durch kurzes Stosslüften die Feuchtigkeit im Camper zu reduzieren und ein paar saubere Microfasertücher parat zu haben.

Wasser: Die Wassertanks befinden sich meisten im Inneren des Fahrzeugs. Nichts desto trotz kann es bei längeren Standzeiten ohne laufende Standheizung im Camper kalt werden – wer die Tanks vorher nicht entleert, läuft Gefahr, dass das Wasser gefriert und die Tanks sprengt! Im Idealfall ist auch die Abwasserleitung isoliert. Wenn es besonders kalt ist, kann man die Standheizung auch auf kleinster Stufe laufen lassen, um die Temperatur im Plusbereich zu halten.

Standheizung und Treibstoffvorrat: In den meisten Camper wird die Standheizung mit dem Fahrzeugdiesel betrieben, so dass man bei einem Winterabenteuer nicht unbedingt auf Reserve fahren sollte. Standheizung verbraucht bei Dauerleistung ca. 0.5 L / Stunde. Da sie natürlich nicht durchgehend läuft, sondern je nach Heizstufe zu- und wieder abschaltet, ist der tatsächliche Verbrauch um einiges tiefer.

Winterreifen und Schneeketten: Neben guten Winterreifen dürfen beim Wintercamping die Schneeketten nicht fehlen. Diese sind im Alpenraum teilweise auch Pflicht. Durch die Grösse und das Eigengewicht eines Campers ist bei eisigen und verschneiten Strassen, vor allem bei Steigungen oder abfallendem Gelände auf eine sichere Fahrweise zu achten. Lieber einmal langsamer um die Kurve, als einen Abflug zu kassieren!

Wintercamping-Helferlein: Auch, wenn es nicht erwähnenswert sein sollte, sei es erwähnt: dicke Handschuhe, ein ordentlicher Eiskratzer, sowie ein Besen für grobe Schneebefreiungsmassnahmen ist das A und O für Wintercamping. Ein Türschlossenteiser ist auch nie verkehrt. Jedoch bringt er wenig, wenn er im Auto liegt, während man an der vereisten Tür rüttelt. Je nach Wetter und Neuschneeprognosen lohnt es sich auch mal einen kleinen Spaten dabei zu haben, falls man sich am Morgen «ausgraben» muss. Letztendlich muss man Wintercamping einfach mal ausprobieren! Entweder um vor der regnerisch bis verschneiten dunklen Jahreszeit in den warmen Süden zu entfliehen oder einfach mal das einzigartige Gefühl zu spüren morgens in einem Winterwonderland aufzuwachen.