Camperfrei, aber lava – Sizilien #3

Das sizilianische Wetter zeigt sich nicht immer von seiner Schokoladenseite. Daher entscheiden wir uns schweren Herzens das Vanlife temporär hinter uns zu lassen. Zwischen Weihnachten und Silvester stechen wir in die See. Sofern die Fähre wegen des Seegangs überhaupt ablegen würde! Unseren Camper geben wir in vertrauenswürdige Hände in der Nähe des Hafens und verabschieden uns innerlich schon ein bisschen (hoffentlich sieht man sich wieder!). Die Fähre ist in der Weihnachtszeit besonders günstig und so schaukeln wir ins Tyrrhenische Meer.

Den Camper haben wir diesmal nicht dabei

Camper-freie Zone

Die Isole Eolie oder die auch als Liparische Inseln bekannte Inselgruppe vulkanischen Ursprungs bestehen aus insgesamt sieben bewohnten Inseln im besagten Meer. Die Vulkankette erstreckt sich vom Vesuv bis zum Etna und hat ihren Ursprung in der tektonischen Bewegung der afrikanischen Platte unter die apulische Platte und ist einen Besuch wert! Das Meer tut alles, um uns zu versenken, doch wir kommen an einem Stück im Hafen der ersten Isola Eolia an: Vulcano!

Geologisch faszinierende Landschaften

Schwefel in all seinen Formen

Als wir auf Vulcano ankommen dämmert es bereits und beim ersten Schritt vom Boot begrüsst uns ein stechender Geruch in der Nase. Beim heissen Bad in der öffentlichen Quelle von Lamezia Terme haben wir uns bereits mit dem Geruch von gekochten/faulen Eiern auseinandergesetzt – Schwefelwasserstoff halt. Vulcano hat eine andere Duftnote. Ein stechend-saurer Geruch: Schwefeldioxid, eine fiese vulkanische Ausdunstung. Die Insel ist wie leergefegt, nur das Hotel direkt am Hafen bietet keine richtige Kost, aber immerhin Logis. Den Camper vermissen wir schon ein wenig. Als zum Abend hin der Wind nachlässt, schleichen wir um die Insel und sind wie kleine Kinder neugierig auf die Acque Calde aka Fangopango Van Dango Blubb. Ein brodelndes Schlammbad mit Wellnesspotential. Doch das was wir antreffen, ist ernüchternd. Es blubbert zwar ein wenig vor sich hin, aber bei den unterkühlten Temperaturen ist von Reinlegen keine Rede. Daher bespassen wir die lokalen Katzen bevor wir einen Pizzabäcker mit einer Bestellung regelrecht verschrecken.

Es leuchtet einem schon etwas entgegen

Schwarzer Sand unter den Füssen

Am nächsten Morgen stiefeln wir nach einem typisch italienischen Frühstück noch bei Dämmerung los. Man erreicht nach ca. 1,3 km den Wanderweg zum „Cratere“, wo wir ein Warnschild vorfinden – Achtung Fumarolen (Dampfaustrittsstelle)! Wir wollen das (geringe) Risiko eingehen und meistern die ersten Serpentinen im begrünten Unterholz, das schnell zu einer Landschaft aus schwarzem Sand wechselt. Die Flora ist eher karg und der Weg zum Teil mit vom Regen ausgespülten Rinnen durchzogen. Halbe Hanghöhe wechselt dann der Untergrund vom feinsten schwarzen Sand zu roter Tonerde. Nach weiteren 100 Höhenmeter erreicht man dann den Gran Cratere, wo es flach wird und man einen weiteren Landschaftswechsel vorfindet – schwarze Geröllwüste.

Es lauft

Wer hat Atemschutzmasken im Camper?

Hier kann man sich rechter Hand zur Umrundung des Kraters aufmachen, um auch die Fumarolen zu vermeiden. Wir wählen jedoch die kürzere Variante, obwohl die Rauchwand nicht unbeeindruckend ist. Den direkten Weg sollte man ohne Atemschutzmaske nicht nehmen, da die Fumarolen eher den Eindruck von Solfataren (Austrittsstellen von schwefelhaltigen Gasen) machen. Jede Austrittsöffnung ist in diversen Gelbtönen gefärbt, die Dank thermophilen Bakterien in neongrün bis sonnenblumengelb leuchten.

Fumarolen, Sulfataren…Luft anhalten!

Landübergreifender Meerblick

Auch wenn die Grande Fossa nicht die höchste Erhebung Vulcanos ist, ist die Aussicht grandios. In den Norden schauend sieht man die Inseln Lipari und Salina, westlich Fili- und Alicudi, während im Osten der Stromboli raucht. Im Süden hingegen entdeckt man vom Kraterrand die Hochebene Vulcanos, die wir beim nächsten Besuch unbedingt erkunden wollen und auch die immense Rauchwolke, welche vom Etna aufsteigt und den Flughafen von Catania lahmgelegt hat, kann man auch nicht übersehen. Beeindruckend und erschreckend zugleich. Und erst vor ein paar Tagen war der Etna mal wieder ausgebrochen und Stromboli zierte sich auch mit einer unübersehbaren Panache.

Faszination pur! Da kann der Camper lange warten…

STROMBOLI und 1200 °C heißes eruptiertes Magma.

Stromboli selbst ist nicht mal eine richtige Insel. Es ist einfach nur ein Vulkankegel, der ca. 920 Meter aus dem Meer hinausragt. Dabei ist dies der einzig ständig aktive europäische Vulkan, der noch kontinuierlich seine Lava in die Sciarra del Fuoco, die Feuerrutsche, spuckt. Und da wollen wir also fliegen??

Blau in Blau.

Lost in Translation

Wir kommen mit post-weihnachtlichen Rückreiseverkehr auf der Insel an und wir haben ein Problem. Wir bkeommen abhängig davon wen wir fragten, unterschiedlichste Auskünfte zu: welcher Weg zum Stromboli ist geöffnet, welcher gesperrt, welchen man mit und welchen Weg man ohne Guide gehen darf. Es gibt nämlich von Stromboli aus einige Wege zum Krater. Sentiero A, B und C und der „alte“ rot-markierte Weg, siehe Karte. Sentiero B startet in Ginostra – dort kann man jedoch nicht mit dem Paragleiter landen. Der Sentiero C ist der neue offizielle Weg (kürzester Anstieg) und führt „sicher“ über die SO-Flanke des Berges.

Für manche wohl appetitlich 😉

Morgenstund hat kein Frühstück im Mund

Der scheinbar vermehrt von den Einheimischen, die wir befragen, benützte „alte“ Weg (rot markiert) führt durch alle Stadtteile Strombolis bis zur Spiaggia Lunga in Piscità und vorbei am Semaforo Labronzo, wo sich das Vulkan-Observatorium befindet. Von hier erreicht man das Filo del Fuoco, den s. g. „400 Metern“, von wo man die Eruptionen gut und sicher beobachten kann. Ab hier bzw. ab 400 amsl ist der Hike nur noch mit Guide erlaubt! Die Sonne geht um die Jahreszeit um ca. 7:15 Uhr auf und wir planen mit maximal 2 Stunden, um zu den „400 Metern“ zu gelangen. Wer das Feuerspektakel beobachten will, sollte bei Dunkelheit am Aussichtspunkt sein. Also klingelt unser Wecker um 4:30 Uhr.

Lipari zwar nicht zum Fliegen, aber zum Wandern vielleicht 🙂

Das Tor zur Hölle

Mit gedämpfter Stimmung schleichen wir also weiter den Berg hinauf und folgen den gepflasterten Serpentinen durch die hohen Macchiafelder. Bei der Weggabelung auf 250 amsl endet der Pflasterstein und wir können ihn hören. Er rumort. Er zischt. Er knallt immerzu, während mir bei dem schwachen Licht der Stirnlampe die Knie schon ein wenig zittern. Bei den 400 Metern eröffnet sich uns dann der Blick zum Höllenschlund. Und auch just in dem Augenblick erleben wir eine Eruption, die einem das Blut in den Adern erstarren lassen sollte. Hätte man an der Stelle auf seine Urinstinkte gehört, wäre man den Berg wieder runtergerannt.

Es speibt

Erstmal in Deckung gehen

Der höchste Bereich des Vulkans wird übrigens als Sierra di Vancori bezeichnet. Unterhalb des „Pizzo sopra la Fossa“ („Gipfel über der Grube“) auf ca. 750 amsl liegt der aktive Krater. Hier gibt es 5 flache Eruptivkegel aus deren rotzigen Mäulern bei „günstigen“ vulkanischen Bedingungen alle 5 bis 10 Minuten Lavafontänen aufsteigen. Das leuchtende Rot wird abgelöst durch Gasexplosionen mit Ascheregen und festem Auswurf. Das Spektakel wird untermalt von einer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse eines donnernden Steinbruchs, Hunderten von Kieslastern beim Entladen sowie dem Donnern eines industriellen Bohrschlaghammers. Bei jeder Entladung werden neben Unmengen an Steinen, Glut, teils kalbsgrosse Lavaschlacken in die Luft geschleudert und man hört nur das Flatsch, wie die zu Bomben gedrehten Schlacken auf den Boden prasseln. Auch wenn das meiste Zeug wieder zurück in den im Durchmesser bis zu 80 m messenden Trichter fällt, reicht der Blockwurf bei grösseren Eruptionen bis zu 100 m weit. Dann wäre der Helm auch nur noch Dekoration – so nah sollte man dem Krater jedoch erst nicht kommen.

Für alle Notfälle

Nur Campen ist schöner!

So standen wir da und wie auf Kommando setzt um 8 Uhr der böige Wind aus. Es traf uns eine laminare Brise aus West mit weniger als 10 km/h, die mit der Zeit sogar komplett einschlief. Ich legte meinen Schirm aus und war nervös, wie eine Gans nach dem dritten Advent. Maestro Stromboli war in dem Fall auch keine Hilfe als er seinen Heizkessel entlüftet und den Himmel rot erleuchten lässt. Theoretisch muss er aber nach der Aktion erstmal für 10 Minuten Ruhe geben… also Schirm aufziehen, ausdrehen und los. Es fliegt. Und wie. Die Luft ist ruhig und man kann mit sehr viel Höhe über das Bastimento gleiten, während am Strand nur wieder hungrige Katzen warten.

Mit allen Wassern gewaschen…Though Life.

ETNA. Mongibello hält wohl nix vom Winterschlaf

Von den Einheimischen wird der Vulkan oft auch „Mongibello“ genannt. Diese Bezeichnung leitet sich von „mons“ (lateinisch für „Berg“) und „gebel“ (arabisch für „Berg“) ab und kann mit „der Berg der Berge“ übersetzt werden. Was nicht übertrieben ist angesichts der vielen Mythen und Sagen, die sich um den Ätna ranken.

Von Hephaistos und Aphrodite

In der griechischen Mythologie etwa galt er zusammen mit dem Inselvulkan Stromboli vor der Küste Siziliens als jener Ort, wo die einäugigen Zyklopen dem Gott Hephaistos bei seiner Schmiedearbeit halfen. Wobei der als hässlich verschriene Hephaistos bei jedem Seitensprung seiner Gattin Aphrodite das Schmiedefeuer so heftig schürte, dass der Vulkan ausbrach. Glaubte man damals.

Nightlife…gerne mit Abstand

Safety First

Ich telefoniere vorab mit der Auskunft der Bergbahn auf dem Etna, um in Erfahrung zu bringen, wie die touristische Lage am Berg seit dem jüngsten Ausbruch ist. Bis auf 2700 amsl: kein Problem. Ein Aufstieg zum Gipfel auf Grund anhaltender vulkanischer Aktivität ausgeschlossen, man ist sich nicht sicher, ob Mongibello nochmal in die Luft geht. Akzeptiert. Nachdem was wir am Stromboli gesehen haben, also was ein „aktiver“ Vulkan bedeutet, war eine glühende Überraschung am Etna lieber nicht herauszufordern.

Ja, guten Morgen!

Paradies für Freunde der Geologie

Etna, als lavareicher Stratovulkan, ist aus vielen sich überlagernden Vulkankegeln aufgebaut. Der jüngste hiervon ist Mongibello und hat vier aktive Gipfelkrater. Der gesamte Berg ist mit über 400 kleinen Adventivkratern übersät und aktuell misst der höchste Punkt um die 3300 amsl (NO-Krater), wobei der Krater 300 m Tiefe misst. Wir selbst erlebten am 2. Weihnachtsfeiertag ein Erdbeben der Stärke 4.8. Das Erdbeben folgte aber erst drei Tage nach dem am Etna, wo sich an Heiligabend am Fusse des Nuovo Cratere di Sud-Est sogar eine neue Spalte geöffnet hatte. Dies hatte einen Lavastrom ins Valle del Bove zur Folge und Zafferana Etnea wurde erneut mit Asche bedeckte.

Nicht satt gucken können…oder?

Über den Wolken

Ich hätte dort oben noch stundenlang weiterstaunen können, denn alles zusammen ergibt eine einzigartige Landschaft, die man erlebt haben muss. Der Wind kam thermisch böig aus Süd und der Blick auf die in Flugrichtung sich schließende Wolkendecke bereitete uns mittlere bis große Sorgen. Jetzt musste es schnell gehen. Ich war in der Luft und folgte dem begrünten Grat Richtung Südosten, der sich auf der Südseite des Valle del Bove befindet.

Es wurde schnell dramatischer als es aussieht

Augen zu und durch

Wir genossen 45 km/h Vorwärtsfahrt im Halbgas bei ca. 0,5 m/s Sinken. Alles tutti bis auf die mittlerweile so gut wie geschlossene Wolkendecke. Ich hasse Wolken. Aber die Wolkendecke durfte kaum mehr als 100 Meter dick sein, also Augen auf die Navigation und durch. Wenn da nicht plötzlich mein Handyakku den Geist aufgegeben hätte. Mit der Hoffnung, dass keine weiteren Überraschungen folgen würden, wagte ich mich an die Wolken und sang vor mich hin, damit Alex mich lokalisieren konnte.

Sing your song

Home is where you park it

Keine Minute später endlich wieder Bodensicht und mit knapp 1600 m über Grund kalkulierten wir, dass die übrigen 7-8 Kilometer zum Strand mit viel Luft nach unten zu bewältigen wären. Nichts desto trotz landeten wir auf dem großzügigen Landeplatz von Zafferana Etnea und bereiteten uns mental auf den anstehenden Hike vor. Denn dieser würde lang werden und vor allem erwartete uns beim Camper eine kalte Aussendusche bei angenehmen 0 °C.

#homeiswhereyouparkit

Pasta every day keeps… – Sizilien #2

THE DOCTOR AWAY…Wenn ich an Sizilien denke, kommen mir vor allem zwei Dinge in den Sinn. Mafia und Vulkane. Während das letztere doch noch eher spannend ist, so hinterlässt das erstere beim Unterwegssein mit einem auf Hochglanz polierten Camper doch eher ein mulmiges Bauchgefühl. Was macht man an der Stelle: googeln. «Wie gefährlich ist die Mafia in Sizilien?» «Wie oft werden Camper im Sizilien geklaut?» und und und. Mein Fazit: viele sinnbefreite Antworten auf von Haus aus sinnlose Fragen.

La Scala di Caltagirone

Der Pate hat sich ausgeweihnachtet

Klar, gibt es in Süditalien wohl vermehrt Uomini d’Onore, doch auch haben sich die Zeiten mittlerweile (zumindest vermehrt) geändert. Die Sizilianer haben nämlich auch keine Lust mehr darauf und haben unter anderem Aktionen, wie das Addiopizzo, gestartet. Wer immer noch Bedenken hat, dem sei gesagt, dass Touristen wohl eher selten behelligt werden, denn man wird ja die Kuh, die man melken will, nicht schlachten. Und last but not least, es braucht in Sizilien kein Glück, um unbehelligt davonzukommen – man sollte einfach nur kein Pech haben. Übrigens, fahre ich mit dem Camper lieber hundert Mal nach Sizilien als nach Berlin oder Hamburg, so klautechnisch gesehen!

Wunderschöne Sonnenuntergänge vorprogrammiert

Küstenromantik pur

Von der Fähre runter und an Messina vorbei steuern wir Richtung Norden, um so schnell wie möglich zu unserem ersten Etappenziel zu kommen: Cefalù. Ein kleines Küstenstädtchen am Fusse des Nationalparks dei Monti delle Madonie. Im Winter geht jedoch auch im Süden die Sonne leider so früh unter, dass wir im Dunkeln ankommen. Nichts desto trotz, spazieren wir durch die wunderschön beleuchtete Altstadt und erklimmen den Burgberg Rocca di Cefalù. Lange verweilen wir jedoch nicht, denn wir haben noch herrliche Zitronen aus Neapel, die verkocht werden müssen und daher verziehen wir uns für die Nacht in die Nähe von Gibilmanna Richtung Berge.

Auf Sizilien kann man eine Nordmanntanne lange suchen

Zitronen soweit die Nase reicht

Mein wohl absolutes Lieblingsgericht, dass sich vor allem auch perfekt im Camper zubereiten lässt, ist und bleibt Pasta Aglio e Olio al Limone. Das Zeug könnte ich jeden Tag essen! Vor allem, wenn man dann auch noch so leckere Zutaten von Opa und hausgemachte Nudeln vom Markt hat. Somit ist das Carboloading für unsere Trailrun Tour im Parco delle Madonie am nächsten Tag erfolgreich. Das Wetter ist herrlich, die Landschaft ist schroff und dennoch versteckt sich hinter jeder Ecke eine kleine Schönheit. Der Park ist nämlich gefüllt mit vielen endemischen Pflanzen, deren Bezeichnung mir ein Rätsel ist, aber zumindest konnte ich Disteln, Ginster und eine Vielzahl bunter Orchideen ausmachen. Neben riesigen Palmen ist in dem Park auch die Macchia dell’Inferno anzutreffen, eine Eiche deren Alter sage und schreibe im vierstelligen Bereich liegen soll! Für Naturfreunde somit ein abwechslungsreicher Ort zum verweilen.

Nicht nur für Trailrun-Enthusiasten etwas schönes

Roter Sand unter den Füssen

Uns zieht es am nächsten Tag weiter Richtung Westen und vor allem wollen wir endlich mal wieder an den Fels. Daher verschlägt es uns nach San Vito Lo Capo, wo wir nicht nur einen Wintercamper antreffen. Die Meeresbrise ist nicht nur salzig, sondern vor allem rau und wir müssen uns in den ersten Tagen warm anziehen. Trotzdem ist es wunderbar an der Cala Rossa in einem mit Standheizung eingeheiztem Büssli kleine weihnachtliche Mitbringsel auszupacken und die Stille Nacht tatsächlich bis auf das Meeresrauschen ungestört zu verbringen. Die Kletterei in der Region ist kurzlebig und auch lange Strandspaziergänge mit witzigen Kraxelpassagen machen Laune. Was uns in Sizilien jedoch auffällt ist, dass die Bordsteine im Winter regelrecht hochgeklappt sind – bis auf den Supermarkt alles zu. Daher gibt es wie immer: home-cooked Pasta, Pasta, Pasta und nicht genug davon.

Kein Gedränge, kein Stress und vor allem die Ruhe weg

Bella Italia

Wir als Städteflüchtigen meiden zwar Palermo und Catania, aber gönnen uns letztendlich zu Silvester doch ein wenig mondänes Flair in Taormina. Da wir die letzten Tage in der Wüstenlandschaft des Etna verbrachten, freuen wir uns über etwas grün und steuern direkt in den öffentlichen Garten. Eine grüne Oase inmitten des historischen Städtchen mit tollem Blick auf die strahlend blaue Bucht. Nach etwas Flanieren durch die Stadt können wir auch eine weitere Augenweide geniessen und zwar die Isola Bella – aus der Ferne, bevor wir uns ein vermeintlich gemütliches Plätzchen zum Nächtigen suchten.

Toarmina ist ein netter Ort zum Verweilen

Neues Jahr, neues Glück

Feuerwerk gibt es zu Silvester auf Sizilien keines, aber mit etwas Glück ergattert man einen 2-Personentisch bei den Toiletten in der selbsternannten besten Pizzeria der Welt. Die La Napoletana war schon in Ordnung, aber nichts gegen die wirklich beste Pizza der Welt in Bassano! Nach einem trotzdem schönen Abend schlendern wir dann zum Camper, der ausserhalb der Stadt geparkt ist und versuchen wirklich unser bestes dieses Jahr endlich mal wieder bis Mitternacht durchzuhalten. Leider nicht geschafft. Viel Schlaf gibt es trotzdem nicht, denn wie es sich herausstellt, stehen wir auf einem der wohl beliebten italienischen Bumsparkplätze. Der Verkehr jeglicher Art sorgt für eine ordentliche Geräuschkulisse, die den Schlaf und vor allem letzten Nerv raubt, so dass wir uns entscheiden die Flucht gen Norden einzuschlagen. Camping hat nicht nur eine goldene Seite!

Wir kommen wieder!

Weitere Tipps für die Reiselust ist auch Cavagrande del Cassibile, ein toller Ort zum Wandern in der Nähe von Avola. Wer eher archäologische Prachtstücke sucht, findet sie in Agrigent. Wen eher Salzabbau an der Westküste interessiert, der entdeckt in Trapani vielleicht auch noch ein paar Flamingos. Last but not least, ist die Scala die Turchi mit Sicherheit ein sehenswertes Naturphänomen, bei dem es von selbsternannten Influencern nur so wimmelt…Dann doch lieber ein paar Vulkane!

Mit dem Camper durch Sizilien!

Der Weg ist das Ziel – Sizilien #1

Sizilien mit dem Camper

Last Christmas…

Ja, weisse Weihnacht, eine schöne Bescherung mit den Griswolds und Rotkohlflecken auf der Tischdecke…alle Jahr wieder. Oder eben nicht. Denn zu Weihnachten hat es das letzte Mal geschneit, als ich noch sehr klein war, so dass die Schneemenge verhältnismässig gross wirkte. Chevy Chase wird heutzutage on demand geschaut und Rotkohl? Manches wird erst gut, wenn man es gut sein lässt.

Ohne saisonale Dekoration wüsste man kaum, dass Dezember ist

Wir fahren nach Sizilien

Daher ist der Plan für Weihnachten die Flucht nach vorne, besser gesagt Richtung Süden nach Sizilien! Statt nassem Grau bis süssen Lebkuchen und Last-Christmas in Dauerschleife, lieber warme Sonnenstrahlen, vorzügliches Essen und La Dolce Vita.

Die grösste Insel des Mittelmeers liegt jedoch nicht unbedingt um die Ecke und entsprechend ist der Weg aus den Alpen lang. Bei den rund 1800 km kann man den Weg alleine also schon mal zu seinem Ziel machen und unterwegs Abstecher einplanen. Zum Glück ist man mit dem Camper maximal flexibel und fährt nur so lange wie man Lust und Laune hat. Wer nur eine Woche Zeit hat, überlegt sich bei der Strecke vielleicht doch ein etwas näher gelegenes Ziel – denn es ist schon gutes Sitzfleisch erforderlich. Wir hatten fast drei Wochen Zeit und daher die Ruhe weg. Insgesamt waren wir jedoch nur etwas über zwei Wochen unterwegs und sind wegen eines fiesen Wetterumschwungs wieder heimgesteuert. Und das hat für unsereins vom Aufwand-Nutzen-Verhältnis tiptop gepasst.

Reisen geht durch den Magen

Unsere Reise beginnt am frühen Nachmittag, ca. eine Woche vor Weihnachten. Die Strassen sind somit noch einigermassen leer und wir können es einfach nicht lassen…einen 200 km Umweg zu unserer Lieblingspizzeria in Bassano del Grappa auf uns zu nehmen. Irgendwann haben wir mal unser Herz an diesen wundersamen Ort in Venetien verloren und naja, müssen eben hin und wieder «heimkehren». Für Camper bieten sich eine Vielzahl an Möglichkeiten auf kleinen Campingplätzen zu übernachten oder auch bei diversen Stellplätzen bei Restaurants und Wirtschaften über Nacht zu stehen.

Pizza, Pizza, Pizza!!!

Bassano del Grappa

Bassano del Grappa liegt am Taleingang des verkannten Val Sugana am südlichen Alpenrand und ist gezeichnet durch die Brenta, der einige schönen Brücken in der Altstadt zu verdanken sind. Neben dem typischen Flair, den kleine italienische Städtchen ausstrahlen, ist Bassano gefüllt mit Leben. Als Universitätsstaat leben am Abend die zahlreichen Restaurants, Caffès und Bars regelrecht auf, es wird gesellig und vor dem Essen wird erstmal ausgiebig das Aperitif zelebriert. Ist der Bauch dann mit feinen Speisen gefüllt, flaniert wer etwas auf sich hält zur alterwürdigen Holzbrücke Ponte degli Alpini. Hier häufen sich die Bars, die lokale Spirituosen ausschenken und der Sonnenübergang über der leise vor sich hin rauschenden Brenta ist phänomenal.

Ein guter Ort für einen schmackhaften Zwischenstopp

Nicht nur für Feinschmecker ein Geheimtipp

Wie der Name schon sagt, finden sich in Bassano und der Region viele Grappa-Destillerien, die zu einem Besuch einladen. Neben dem Tresterbrand jedoch werden auch diverse Liköre hergestellt, die den gängigen Aperitivi mehr als Konkurrenz machen! Da gilt die einfache Regel: Probieren geht über Studieren. Also Prost Mahlzeit und Cincin!

Der Name Bassano del Grappa bietet jedoch nicht nur jahrtausendealte kulturelle Güter und einen Leberschaden, sondern auch viele wunderbare Beschäftigungsmöglichkeiten für Frischluftfanatiker.

Let´s roll!

Von der Grappa-Destillerien zum Monte Grappa

Monte Grappa – war zwar im ersten Weltkrieg der Schauplatz schwerer Kämpfe und beherbergt ein monumentales Ossarium, das in den 30er durch Faschisten errichtet worden ist. Trotz der blutigen Vergangenheit ist dieser historische Ort nicht nur durch die über 1600 Meter Höhendifferenz zum Tal einen Besuch wert. Die Aussicht in die Po-Ebene ist schön soweit das Auge reicht – wenn es mal nicht wieder zu diesig wird. Für den Camper ist die Strasse übrigens auch geeignet, solange man den zahlreichen Rennradfahrern brav die Vorfahrt gewährt.

Mountainbiker kommen hier ebenfalls nicht zu kurz, doch vor allem ist der Himmel übersäht mit Gleitschirmfliegern, die die idealen Flugbedingungen in vollen Zügen nutzen. Entlang des Grappastocks finden sich jedoch auch einige interessante Klettersteige sowie Sportkletterwände, die für aktiven Zeitvertreib sorgen.

Byebye Po-Ebene, Sizilien wir kommen!

Mit dem Camper durch die Conca di Rieti

Für uns jedoch geht es nach Pizza und einigen Spritzern weiter gen Süden. Next Stop: Rieti. Die einen werden sich fragen, was zum Kuckuck Rieti ist und die anderen sind vermutlich Segelflugbegeisterte oder mal wieder Paragleiter. Für die ersteren jedoch sei gesagt, dass man nicht unbedingt etwas verpasst hat, wenn man das latinische Rieti nicht gesehen hat. Wir selbst waren auch nur indirekt in Rieti, sondern haben es vorgezogen mit dem Camper durch die Conca di Rieti zu gurken. Einem Hochtal, das zwischen den Reatiner und Sabiner Berge abgeschlossen wird und mit etwas Suchen wunderbare Wanderwege preisgibt.

Dolce Vita von Venedig bis Palermo

Lieber im Winter unterwegs

Wir starten in Poggio Bustone, wo uns die Dorfgemeinschaft, deren Durchschnittsalter bestimmt die 70 überstieg, wie Ausserirdische begutachten und folgen unseren Füssen soweit sie einen Weg finden. Der jedoch verschwindet irgendwann, da die Rinder vermutlich auf die Forststrasse ausgewichen sind, die wir passieren. Bei dem lichten Wald alles kein Problem und beim leicht frostigen Bedingungen stehen wir am flachen Gipfelplateaus des Berges ohne Namen. Die Aussicht ins Tal verschlägt mir zumindest ein wenig den Atem. Die kalte Bodeninversion will den Nebel auch am späten Vormittag noch nicht gehen lassen und die Zirren verschleiern die eh schon schwachen Sonnenstrahlen. Der Blick hat etwas Mystisches und findet einen besonderen Platz in meinem Hippocampus.

Ein Zwischenstopp mit Gleitschirm-Action

Monti e Mare

Gefühlt ist die halbe Strecke nun hinter uns, aber das ist alles kein Grund zur Eile. Wie gesagt, der Weg eines Campers ist das Ziel. Eine kurze Überlegung ist es über Landstrassen weiter zu bummeln, aber da ab Rom die Autobahn eigentlich mautfrei sind…behalten wir uns das für andere Camperferien vor. Stattdessen geht es über Neapel mit einem Abstecher zum Vesuvio und die Costiera Amalfitana weiter Richtung Kalabrien.

Wir kommen auf den Geschmack von Vulkanen

Ein Hoch auf die Standheizung!

Und jeder Camper, oder zumindest die ohne eigene Hygienekammer, kennen das Problem on the road: Duschen! Wir zumindest haben eine Aussendusche, doch auch in Süditalien wird es im Dezember nachts recht kühl und das frischgetankte Brunnenwasser ist nicht wärmer. Umso schöner ist es doch, wenn man unterwegs bei einer olfaktorisch anregenden Therme halt macht!

So wacht man doch gerne auf 🙂

Nase zu und durch

Lamezia Terme ist in Italien eher für die hohe Akkumulation von ‘Ndrangheta bekannt, jedoch ist das Marketing der Region und vor allem der Terme di Caronte langsam auf dem grünen Zweig. Neben richtigen Thermalbädern mit Rutsche und Co haben sich die Einheimischen die natürlichen Schwefelquellen zu Eigen gemacht und ein öffentliches Bad gebaut. Wir kommen nachts an und stellen freudig fest, dass wir nicht nur direkt bei den Quellen mit dem Camper stehen können, sondern dass die Badi nachts auch noch beleuchtet ist.

Schlau ist der Fuchs

Next Stop Sizilien

Die Wassertemperatur – ein Traum! So plantschen wir weit mehr als die Nase erlaubt und geniessen die nun laue Nacht. Die Frage am Ende des Badespasses jedoch ist, wie wir den Geruch von faulen Eier nun nicht mit in Bett nehmen. Aber schlau wie ein Fuchs, haben wir natürlich vorgesorgt. Unsere flexiblen Wasserkanister à 5 L haben wir mit eiskaltem Brunnenwasser gefüllt…und einfach mit ihnen zusammen gebadet! Über die Stunde war das Wasser dann genauso mollig warm, wie das Thermalwasser. Am «Duschplatz» wurde sauber geschrubbt, aber statt sich die volle Kältedröhnung zu geben, können wir ohne mit der Wimper zu zucken duschen.

Tropea belohnt mit karibischen Eindrücken

Neben Thermalquellen lädt Kalabrien auch noch zu vielen anderen Abenteuern ein, doch wir machen nur noch einen kurzen Abstecher nach Tropea, um dann die Fähre nach Messina anzusteuern. Sizilien wir kommen!

Reggio Calabria to Messina

Du traust Dich ja was, so als Frau! #solofemalecamper

Oder zum Thema Mädels an der Camper-Front aka Vangirls

Immer wieder stolpere ich in den sozialen Medien über den Hashtag #solofemalecamper. Dazu kommen dann verklärt romantische Bilder von hübschen Mädels, die leicht staffiert in ihren Lichterketten-Kuscheldecken-durchdekorierten Campern hocken, dabei eine Tasse Kamillentee trinken und in den wenigstens Fällen mit dem Social-Media-Beitrag letztendlich eine andere Frau ansprechen. Doch dann überlegte ich mir: wie soll es denn auch anders sein, die Realität will doch keiner sehen!

Frauenpower, Pragmatismus und Corporate Businesskasper

a, auch ich war eine Zeit lang als #solofemalecamper unterwegs, nur war das alles andere als verklärt romantisch, sondern eher pragmatisch praktisch gut. Als ich mir mal ausgerechnet hatte, was das überteuerte Zimmer in München mich für 2-3 Nächte die Woche als Pendlerin kostete, stellte ich mich vor die Wahl: billiges Hotel, Freunde nerven oder City-Vanlife? Und die wahl fiel, wenig überraschend, auf das letztere.

In den Ferien vertrage ich es als Beispiel vielleicht mal zwei drei Tage lang die Haare nicht zu waschen, aber bei einem klassischen Corporate Business Job im Nadelstreifenanzug entfällt diese Option. Daher war beim Umstieg zu Vanlife strategisch zu planen und immer wieder wurde ich vor kleine Herausforderungen gestellt. Im folgenden die Top-Vandwelling-Challenges.

Ex-Bügeleisen-Besitzerin

Location

Grundsätzlich ist es nicht überall gerne gesehen oder gar erlaubt im Auto zu übernachten – von wild Campen spreche ich erst gar nicht! Zudem möchte man abends und nachts auch gerne seine Ruhe haben und nicht von Lärm oder pöbelnden Jugendlichen aus dem Schlaf gerissen werden. Das ist in der Regel das Finden der richtigen Location, vor allem in einer Grossstadt, die grösste Herausforderung beim Van-Dwelling, vor alle für #solofemalecamper.
Ich hatte es jedoch recht schnell geschafft in München einen guten Stellplatz zu finden, der nur 10 Minuten von meinem Arbeitgeber entfernt und schon ausserhalb der Stadt war. Da ich auf Grund einer unterschwelligen Paranoia so unscheinbar stehen wollte wie möglich, versteckte ich mich auf einem abgelegenen Parkplatz in der Nähe eines kleinen Militärgeländes. Meistens funktionierte das wunderbar!

Lange Sommernächte können für den Versuch inkognito zu bleiben eine Herausforderung sein – so schön wie es draussen ist, sind alle anderen auch unterwegs

Manchmal jedoch auch nicht. Und zwar sind diese abgelegenen Parkplätze bei Jugendlichen, die scheinbar unter der Woche keinen Schlafbedarf haben, oder jungen Päärchen für ein bisschen Bunga Bunga sehr beliebt. Ganz hinten am Parkplatz parken, um sich vermeitlich zu verstecken, ist daher kontrakproduktiv, denn die anderen wollen auch auf die letzte Sitzreihe. Somit erkor ich meinen Standardstellplatz gleich ganz am Anfang des Parkplatzes und hatte somit kaum noch Grund zur Beschwerde. Wichtig ist hierbei zu beachten, dass das Parkieren an sich einfach legal ist. Ein paar Nächte stand ich auch einfach im Parkhaus oder bei Freunden auf Privategelände, wodurch gewisse Unannehmlichkeiten sowieso entfallen.

Hygiene

In der Regel stehen bei grösseren Arbeitgebern Duschen zu Verfügung, doch ich wollte mein Vorhaben etwas mehr inkognito gestalten. Da bot es sich an, dass in München Fitnessstudio-Abonnements mittlerweile zu Dumpingpreise angeboten werden. Bei 20 € im Monat mit monatlicher Kündigungsfrist kann man sich nämlich echt nicht beklagen. Für mich war zudem noch doppelt gewonnen, da ich nach der Arbeit erstmal Sport treiben und danach die Dusche inkl. Fön ausnutzen konnte. Wenn ich mal nur zum Duschen reintrottete, hat es auch keinen interessiert. Hin und wieder übernachtete ich auch bei einer Kollegin auf dem Sofa, aber so nett die Mädelsabende auch waren, irgendwie war mir mein „eigenes Heim“ am Ende am liebsten! Alternativ zu diesen Lösungen im Alltag haben wir bei unseren Roadtrips hier und da bei Schwimmbädern für 1-3 Taler duschen können oder haben uns einfach einen Saunaabend in einer Therme gegönnt!

Wo ein Wille, da ein Weg

Natürliche Bedürfnisse

Das natürlichste der Welt ist beim Vanlife wohl das, worüber am wenigsten gesprochen wird. Ja, irgendwann muss jeder mal. Während sich das eine bei ausgewogener Ernährung gut mit dem ersten Kaffee auf der Arbeit timen lässt, so ist Pipi machen im Freien bei einer Frau etwas umständlicher als beim Manne, wie Gott ihn schuf. Vor allem halte ich auch nichts davon, wenn an Parkplätzen überall Taschentücher rumliegen oder es in trocknenen Sommermonaten anfängt nach Kloake zu riechen. Pfui. Für mich kam daher nur eines in Frage: Porta Potti. Ein kleines tragbares Klo, das ich sogar bei ausgezogenem Bett noch benützen konnte. Und ja, Entleeren ist jetzt nicht unbedingt mein Tages-Highlight vom Donnerstag gewesen, aber mit den richtigen Mitteln ist es als andere als schlimm und sich vor sich selbst zu ekeln, wäre sowieso komisch. Das richtige Mittel ist im Fall von reinem Urin auch nicht die harte Chemiekeule, sondern lediglich etwas Essig (ggf. Gallseife) und Allzweckreiniger für etwas Parfümierung. Wenn man das Gelbwasser dann nach 3 Tagen in die heimische Toieltte entsorgt, sind die Unannehmlichkeiten auf ein Minimum reduziert.

Portapotti für alle!

Winter mit -8 °C

Vanlife oder Vandwelling ist nicht unbedingt nur auf den lauen Sommer beschränkt. Obwohl ich am Rande erwähnen muss, dass es schon fast Klasse hatte vom Topdeck eines Münchner Parkhauses den Sonnenuntergang zu beobachten und mit Kollegen eine Feierabendhalbe zu trinken. Der Winter war in meinem Fall mit – 8 °C und teils bis zu 30 cm nächtlichen Neuschnees schon eher zapfig. Die Standheizung ist in dem Moment einfach gold wert gewesen. Da ich jedoch bei der Lautstärke und der Tatsache, dass die Original-VW-Standheizung im Leistungsmodus immer wieder lautstark anfährt, nicht schlafen konnte, war nachts die Heizung aus. Anstelle dessen kuschelte ich mich in einen dicken Schlafsack und legte noch zwei dicke Decken drüber. Die Standheizungsautomatik stellte ich dann wie einen Wecker, so dass ich es dann beim Aufstehen angenehm warm hatte.

Ohne Standheizung geht da mal gar nichts…

Sicherheit

Das ist wohl ein sensibler Punkt, der beim vermeitlich schwächerem Geschlecht immer wieder thematisiert wird. Man steht mitten im Nirvana: hast Du denn keine Angst überfallen, ausgebraubt…nein gleich gemordet zu werden? Ja und nein. Ja, weil das menschliche Gehirn immer eine gewisse Paranoia aufrecht erhält und man automatisch beunruhigt ist, wenn man Geräusche wahrnimmt oder Menschen am Auto rumschleichen hört. Aber sobald man diese Gedanken rationalisiert, ist der Spuk passé. Erstens, es sind an abgelegenen Orten auch hin und wieder „normale“ Leute unterwegs. Sei es Spaziergänger mit Hund, Jugendliche auf der Flucht vor dem Auge der Erziehungsberechtigten oder andere Camper, die die Location auschecken. Diese Leute haben in der Regel kein Interesse am Fahrzeug und schon gar nicht, wenn jemand drin liegt. Zweitens, richtige Einbrecher begeben sich explizit auf die Suche nach dem Objekt ihres Begehrens. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass so jemand genau dort sucht, wo ich gerade stehe? In der Regel verschwinded gering!

Trust me, I´m a #solofemalecamper

Drittens, mit etwas gesunden Menschenverstand bei der Platzwahl muss man kein Glück für eine ruhige Nacht haben. Kommt dann jedoch Pech dazu, dann kann man sich entsprechend Exit-Strategien bereitlegen. In 99 % der Fälle werden Diebe verschreckt, sobald sie merken, dass das Auto nicht leer ist: also alle Lichter an und ordentlich Radau machen. Dann sollte der Schlüssel griffbereit liegen, um notfalls das Weite zu suchen. Last but not least, hatte ich noch ein Bärenspray zur Hand gehat – wobei hier das Self-Knock-Out-Risiko massiv gegen den Einsatz derartige Hilfsmittel spricht. Fazit: Prävention ist immer besser als Reaktion und Vorsicht ist die Mutter der Porzellakiste.

Freiheit pur

Wie ich zumindst versucht habe zu beschreiben, gibt es kein Problem, für das sich keine Lösung finden lässt. Mit etwas Hirnschmalz und intrinsischer Motivation lässt sich alles irgendwie hinbiegen. Was man im Gegenzug dafür bekommt ist jedoch unbezahlbar. Ich habe das Gefühl geliebt die Verpflichtungen, die in meinem Fall mit der Zweitwohnung einher gingen, los zu werden. Dieses Hin- und Herpacken von Sachen, der Arbeitsweg innerhalb von München, die gefühlt unverhältnismässig hohen Zusatzkosten und vor allem die fehlende Flexibilität braucht doch kein Mensch! Ich konnte nicht nur mein Ding durchziehen, sondern konnte mir durch das Ersparte auch noch entsprechend den „teuren“ Camper finanzieren und mir ist bewusst geworden, wie wenig man eigentlich zum Leben braucht und wie viel (zu viel) wir alle eigentlich besitzen.

Afterwork-Party mal anders

Der Camper selbst brachte mir auch in der Freizeit eine schier unendlich Freiheit zu reisen. Wann und wohin ich will, ohne mich festlegen zu müssen. Oder mir Gedanken machen zu müssen, wo ich heute Nacht schlafen werden. Eine Win-Win-Situation also. Da kann man nur hoffen, dass auch unsere Städte- und Gemeindeverwaltungen das Potential dieser „Wohnalternative“erkennen. In München hatte ich selbst eine Handvoll „Camper-Buddies“ beobachtet und ich wette mein letztes Hemd, dass in allen Ballungszentren mit knappen Wohnraum und zunehmendem Pendleranteil der Bedarf an Alternativen wachsen wird. Hopes up! Und bis dahin: Happy Dwelling!

*Über die Definition von Vanlife und Vandwelling lässt sich streiten und jeder hat da seine eigene Ansicht. Ich zumindest stufe Vanlife als „Leben im Camper für einen begrenzten Zeitraum mit vorrangigem Ziel die Vorzüge eines Campers beim Reisen zu geniessen“. Vandwelling hingegen stufe ich als „Leben im Camper als Alternative zu einem Wohnsitz mit vier festen Wänden sowie der Regularität eines Alltags“ ein.

Top 10 Wintercamping Ziele in der Schweiz

Auch wenn wir selbst zeitbedingt kaum noch vor die Tür kommen, so darf man doch noch träumen. Um dann doch noch rauszukommen, habe ich mir ein paar schöne Wintercamping Ziele rausgesucht und möchte diese mit Euch teilen.

1. Eienwäldli im Engelbergtal (NW)

Wo ist es:

Sporthotel Eienwäldli

Wasserfallstrasse 108

CH-6390 Engelberg

Was biete es:

  • Wintercamping Deluxe
  • Moderne Sanitäranlagen
  • Komfortplätze mit Strom, Frischwasser- und Abwasseranschluss (auch im Winter)
  • Standard- und Superiorplätze mit Stromanschluss
  • Aufenthaltsraum mit Kochmöglichkeit
  • Gedeckte Lounge auf Zeltwiese und Feuerstelle
  • Waschmaschine & Tumbler, Entsorgungsstation
  • Kostenloses WLAN
  • Kostenloser Ortsbus/Skibus mit Haltestelle direkt beim Eienwäldli (tagsüber, Unterbruch in der Nebensaison)

Was kostet es:

Ab CHF 10.00 / pro Erwachsene; ab CHF 13.00 pro Standardparzelle; einmalige Stromanschlussgebühr CHF 2.00 und Strom nach Verbrauch

Was gibt es zu entdecken:

Neben dem Wellness und SPA von Eienwäldli selbst bietet das Gebiet Engelberg zu jeder Saison ein vielseitiges Angebot, das wir als de facto Einheimische auch nutzen

  • Man kann vom Campingplatz so gut wie direkt auf Langlaufloipe rutschen, mit den Schneeschuhen loslegen oder einfach nur Wandern gehen
  • Titlis ist dank Gletscher noch ein schneesicheres Skigebiet und der gegenüberliegende Brunni bieten unzähligen Pistenkilometer und aufregende Freerideabfahrten
  • Gleitschirmfliegen geht ganzjährig
  • Schlitteln bis einer weint
  • Einblicke in die Handwerkskunst der Alpkäser bekommt man in der Schaukäserei
  • Im Talmuseum kann man in die Vergangenheit eintauchen
Titlis lädt ganzjährig zu Abenteuern ein
Beim Fliegen am Brunni kann solo oder als Tandem jeder etwas Höhenluft geniessen

2. Camping Miralago**** (TI)

Wo ist es:

Caravan Camping Miralago SA

Via Roncaccio

CH-6598 – Tenero

Ticino – Svizzera

Was bietet es:

  • Standard bis Premium-XXL-Plätze mit winterfestem Full-Hook-up
  • Moderne Sanitäranlagen mit Fussbodenheizung
  • Kaminzimmer mit Kino
  • Restaurant, Poolbar und Shop mit frischen Backwaren
  • Bali Beach für hartgesottene Wintercamper
  • Beheizter Sportpool und Salzwasser-Villenpool
  • Hunde sind willkommen
  • Kostenlose ÖV und diverse Vergünstigungen mit dem Ticino Ticket
  • Kostenloses WLAN

Was kostet es:

Ab CHF 26.00 pro Basic-Stellplatz, ab CHF 10.00 pro Erachsene zzgl. Kurtaxe inkl. Strom

Was gibt es zu entdecken:

  • Wintercamping heisst nicht immer Skifahren und Schneegestöber
  • Swissminiaturpark in Melide
  • Gletscherlehrpfad in Basodino
  • Der Naturpark Bolle di Magadino
  • Locarno oder Ascona laden zum Wellness, kulinarischen Genuss und Flanieren ein – Anreise per Linienschiff möglich
  • Das wunderschöne Verzasca-Tal ist wildromantisch und smaragdgrünes Wasser schlingelt sich über ausgewaschene Gumpen bis zum grossen Stausee vom Lago di Vogorno inklusive James-Bond-Kulisse
  • Ausflug zum Monte Tamaro für Freerideaction oder je nach Lage auch mal etwas Spass im Schnee
  • Traumblicke vom Hausberg Monte Bré (Standseilbahn) von dem man bis in die Berner und Walliser Alpen sehen kann (gutes Wetter vorausgesetzt!)
Auch abseits des Lago Maggiore gibt es Einiges zu entdecken
Locarno präsentiert sich auch im Winter gut

3. Camping Pradafenz (GR)

Wo ist es:

Familie Miles – Gerber

Girabodawäg 24

CH-7075 Churwalden

Was bietet es:

  • Beheizte Sanitäranlagen
  • Trockenraum für Schuhe mit Waschmaschinen und Tumbler
  • Kostenloser Skibus
  • Kostenloses WLAN

Was kostet es:

Ab CHF 9.50 pro Erwachsene, ab CHF 15 Stellplatz, Strom CHF 0.50 pro kWh

Was gibt es zu entdecken:

  • Skifahren Lenzerheide / Arosa bis zum Campingplatz
  • Langlaufen in der Lenzerheide
  • Längste Rodelbahn Pradaschier mit 31 Kurven
  • Schlittschuhlaufen in Churwalden
  • Weltberühmte Zugstrecke Bernina Express und Glacier Express
  • Besuch der ältesten Stadt der Schweiz – Chur
Lenzerheide oder Arosa – man hat die Qual der Wahl
Neben Dauergästen findet sich immer wieder ein Plätzchen für „Touristen“

4. Camping Eggishorn (VS)

Wo ist es:

Camping Eggishorn

CH-3984 Fiesch (VS)

Was bietet es:

  • Beheizte Sanitäranlagen
  • Restaurant, Camping-Shop und Gas-Service
  • Grillhaus
  • Beheiztes Schwimmbad
  • Kostenloses WLAN

Was kostet es:

Ab CHF 10.00 pro Erwachsene, ab CHF 15.00 Stellplatz

Was gibt es zu entdecken:

  • Winterparadies am Aletschgletscher
  • Langlaufen, Schneeschuhwandern und Skitourenangebot en masse
  • Gleitschirmfliegen kann man auch das ganze Jahr über
  • Saunieren geht zwar nicht direkt am Platz, aber unweit davon
  • Für einen Abstecher zum Matterhorn im Winterzauber ist es nicht weit
Der monumentale Aletschgletscher schwindet tragischerweise von Jahr zu Jahr
Wie wäre es denn direkt vom Camping auf die Loipe zu stolpern?

5. Caravan-Camp Fankhauser (BE)

Wo ist es:

Caravan-Camp Fankhauser

Ey-Gässli 1 , Zweisimmen

Was bietet es:

  • Geheizte Sanitäranlagen mit Haartrockner
  • Kanalisation ganzer Platz
  • Aufenthaltsraum mit SAT-TV
  • Gameroom mit Getränken und Kaffeeautomat
  • Gruppenküche und Geschirrspülraum mit Waschmaschine und Tumbler
  • Trockenraum mit Skischuhtrockner
  • Grillplatz mit Cheminée und Kota (Grillhaus)
  • Kostenloser Skibus
  • Kostenloses WLAN

Was kostet es:

Ab CHF 6.50 pro Erwachsene, ab CHF 9.00 pro Stellplatz zzgl. Kurtaxe, zzgl. CHF 0.50 pro KWh Strom, CHF 0.50 pro 4 Min. Warmwasser zum Duschen

Was gibt es zu entdecken:

  • Skifahren in und um Gstaad und Zweisimmen – die Rinderberg Ronda ruft!
  • Nachtskifahren und Snowpark für Abenteuerlustige
  • Sparenmoos lädt ins Langlaufparadies ein
  • Skitouren-, Schneeschuh und Winterwandereldorado
  • Saunieren in Gstaad oder im Erlebnisbad Lenk
Es muss nicht immer Skifahren sein, lieber Schneeschuhwandern für pure Entschleunigung…
Klein aber fein, Hauptsache die Pisten sind bestens gespurt!

6. Camping Thorbach Flühli (LU)

Wo ist es:

Camping Thorbach Flühli

Hüttlenen 6 | 6173 Flühli

Was bietet es:

  • Alle Parzellen mit Strom, Kabelanschluss und Frisch- sowie Abwasseranschluss
  • Moderne Sanitäranlagen
  • Wasch- und Trocknungsraum mit Waschmaschine und Tumbler
  • Aufenthaltsmöglichkeit bei der Rezeption
  • Aufenthaltsraum mit Tischfussball, Spielen und Büchern

Was kostet es:

Ab CHF 8.00 pro Erwachsenen, ab CHF 10.00 Stellplatz, CHF 2.00 Strom pro Tag

Was gibt es zu entdecken:

  • Naturschätze der UNESCO Biosphäre Entlebuch, der wie der «Wilde Westen» von Luzern ist
  • Skigebiet Sörenberg stellt grenzenlosen Wintersport zur Verfügung
  • Rossweid Schlittelwege bei Tag und Nacht
  • Ausgedehntes Winterwanderwegnetz
  • Schwerelos Gleiten übers Eis auf dem Natureisfeld von Sörenberg
  • Hallenbad Sörenberg bei schlechtem Wetter oder gleich zum Wellness ins Hotel Rischli
  •  Luzerner Verkehrshaus zum Erleben für Technik-Begeisterte mit Planetarium, Swiss Chocolate Adventure und einem Filmtheater
Der Vierwaldstätter See sorgt im Winter gerne für Nebel, da hilft nur Flucht nach oben

Am Söderberg ist 365 Tage im Jahr etwas los

7. Camping des Frassettes/Villars Gryon (VD)

Wo ist es:

Camping des Frassettes

Chemin des Bloz 2, 1882 Gryon

Was bietet es:

  • Moderne Sanitäranlagen mit Waschmaschine und Tumbler
  • TV-Zimmer
  • Kleine Gemeinschaftsküche
  • Aufenthaltsräume
  • Grillplatz / Feuerstelle
  • Kleiner Shop auf dem Camping mit Gasservice
  • Kostenloses WLAN
  • Free Access Card für diverse kostenlose Aktivitäten in Villars, Gryon und Les Diablerets

Was kostet es:

Ab CHF 7.00 pro Erwachsene, ab CHF 14.00 pro Stellplatz, CHF 4.00 Strom zzgl. Kurtaxe

Was gibt es zu entdecken:

  • Der Gletscher des Diablerets ist zum Greifen nah und lädt ein zum Skispass ab Oktober bis Mai
  • Neben sämtliche nordischen Skisportarten kann man auch gut Schlitteln, Skibergsteigen oder sich auf den Bretteln von einem Ross beim Skijöring bewegen lassen
  • Wer es luftiger mag, kann sich den Skizirkus beim Gleitschirmfliegen auch beim Gleitschirmfliegen aus der Luft anschauen. Warm einpacken!
  • Bei Schnee müssen es auch nicht immer Ski sein, denn mit dem Fat Bike macht es mindestens genauso viel Spass die Pisten zu rocken
  • Wer es lieber schneefrei mag, der kann ich auch im Kletterblock verausgaben oder Höhlen erforschen oder sich einfach mal einen Wellness-Tag gönnen
Le Galcier des Diablerets ist traumhaft schön
Bei Neuschnee muss man erst sein Freizeitmobil ausgraben

8. Atzmännig Camping (SG)

Wo ist es:

Sportbahnen Atzmännig AG

8638 Goldingen

Was bietet es:

  • Sanitäranlagen mit Waschkabinen, Duschen, Geschirwaschbecken
  • Camper-Station
  • Strom an allen Plätzen
  • Waschmaschine und Tumbler
  • Gastronomie am Platz
  • Kostenloses WLAN

Was kostet es:

Ab CHF 6.00 pro Erwachsener, ab CHF 9.00 pro Stellplatz, CHF 2.00 Strom pauschal pro Tag

Was gibt es zu entdecken:

  • Skigebiet mit Nachskifahrangebot und einem Mini-Fun Park sowie Schneeschuh-Trails
  • Kinderfreundliches Freizeit- und Wanderparadies Atzmännig
  • Zürichsee ist nur ein Katzensprung entfernt und auch die Rosenstadt Rapperswil befindet sich gleich in der Nähe
Man sollte nie vergessen, wie man Feuer macht
Überall Schnee

9. Campingplatz Jakobsbad (AI)

Wo ist es:

Campingplatz Jakobsbad

Laufteggstrasse 1

9108 Jakobsbad AI

Was bietet es:

  • Alle Parzellen mit Stromanschluss
  • Gepflegte Sanitäranlagen
  • Waschmaschine und Gasservice am Platz
  • Regionale Produkte im Camping-Shop sowie Brötchenservice

Was kostet es:

Ab CHF 5.00 pro Erwachsene, ab CHF 12.00 pro Stellplatz, CHF 2.00 Strom pro Tag zzgl. Kurtaxe

Was gibt es zu entdecken:

  • Skifahren, Schlitteln und Schneeschuhwandern ist hier Programm
  • Für Bergsportbegeisterte lädt auch der Säntis, Ebenalp und Hoher Kasten in nächster Nähe ein
  • An Schlechtwettertagen oder Wintermuffel können sich in verschiedensten spannenden Musee, wie der Schaukäserei Stein, dem Brauchtumsmuseum Urnäsch oder dem Appenzeller Alpenbitter die Beine vertreten
  • Gleitschirmflieger kommen hier auch ganzjährig zum Genuss der Fliegerei
Herrliche Aussicht vom Kronberg
Ideale Ausgangslage für jeden Schabernack

10. Camping Oberiberg (AG)

Wo ist es:

Sportanlagen Oberiberg AG

Kirchenstrasse 15, 8843 Oberiberg

Was bietet es:

  • Sanitäranlagen mit gehobenen Standard
  • Waschautomaten mit Wäschetrockner
  • Kostenloses WLAN

Was kostet es:

Ab CHF 6.00 pro Erwachsene, ab CHF 15.00 pro Stellplatz, zzgl. Kurtaxe

Was gibt es zu entdecken:

  • Unmittelbare Nähe zur Sesselbahn Laucheren, so dass man sich im Skiparadies Hoch-Ybrig austoben kann
  • Langläufer, sowohl klassisch als auch skatend können sich beim Langlauf-Zentrum Studen verausgaben
  • Über ausgeschilderte Winterwanderwege geht es zur Lourdesgrotte oder entlang des Karl-Faber-Wegs
  • Schneeschuhwanderer können zum Beispiel Richtung Furggelenstock eine Gratwanderung mit Abstieg durch die Moorlandschaft unternehmen
  • Ein Hallenband in Minster sorgt für Abwechselung beim Aggegratzustand vom Wasser
Am Morgen die ersten Spuren ziehen
um später das Panorama von oben zu geniessen!

Zum Schluss noch ein paar Nützliche Tipps:

Auch wenn Wintercamping genauso viel Freude bereitet, wie Camping im Sommer. So gibt es im Winter noch ein paar Kleinigkeiten zu beachten, damit es nicht in einem Campingdesaster endet. Alle wichtigen Infos zum Wintercamping haben wir Euch im Artikel Im Winter geht man nicht campen, oder doch? zusammengefasst.

Kaum ein Land steht so sehr für Wintertourismus wie die Schweiz. Wusstest du, dass es in der Schweiz 251 Wintersport- und Ski gebiete gibt? Hier gibt es nicht nur Skigebiete soweit das Auge reicht, sie sind dank Gletscher- und Höhenlage auch meist schneesicher. Die Meteo Schweiz präsentiert einen Schneebericht für über 200 Schweizer Wintersport-Gebiete. Hier kannst Du prüfen, welche Pisten geöffnet sind, wie viel und was für ein Schnee auf der Piste liegt und sogar Infos zu den Ticketpreisen sind aus der Tabelle zu entnehmen. Im Winter kann die Strasse auch mal übel mitspielen, daher informiere Dich vor Abfahrt über den aktuellen Strassenzustand wieder via Meteo Schweiz und wenn Du Passquerungen planst, solltest Du kannst Du Dich spezifisch auf passe.info informieren.

Im Winter geht man nicht campen, oder doch?

Rund um das Thema Wintercamping.

Auch beim Campen gilt: geht nicht, gibt’s nicht. Denn genauso wenig wie es «schlechtes» Wetter gibt, gibt es auch keine «falsche» Jahreszeit zum Campen. Das A und O beim Wintercampen ist natürlich die entsprechende Ausrüstung. Dazu kommen noch Ausstattun, Infrastruktur vor Ort sowie natürlich das Reiseziel. Denn Winter ist auch nicht gleich Winter.

Es gibt für die Wintermonate auch in Europa angenehm warme Camper Destinationen. Das heisst Wintercamping ist nicht immer gleich mit Schnee, Eis und kalten Nächsten verbunden. Zwei unserer Top-Ziele für Frostbeulen sind hierbei zum Einen Andalusien. Dort haben wir zu Weihnachten auch mal im Kurzarm schwitzend in der Sonne mit kaltem Cerveza für Abkühlung sorgen müssen. Zum Anderen Sizilien, wo man entweder zum Aufwärmen eine der heissen Themalquellen aufsucht. Oder zu Silvester statt Feuerwerk ein paar einsame Kletterrouten unter sommerlichen Bedingungen geniesst.

Isolation ist gut, eine Standheizung besser.

Aber auch in den heimischen Alpen sind Roadtrips im Winter alles andere als unmöglich. In erster Linie ist natürlich darauf zu achten, dass der Camper für Wintercamping geeignet ist. Da ist ein wichtiger Punkt hierbei ist eine gute Isolation des Fahrzeugs. Ist die Karosserie isoliert, hat man schon die halbe Miete. Man sollte jedoch auch nicht die Fenster vernachlässigen, da diese ohne Isolierung mit z.B. Thermomatten für einen hohen Wärmeverlust sorgen. Vor allem bei Minusgraden kommt man beim Wintercamping auch kaum um eine Standheizung herum. Falls vorhanden, können die Temperaturen nachts dann aber auch schon weit im zweistelligen Minusbereich liegen. Im Camper ist es trotzdem kuschelig warm. Ein Abstecher ins nächste Skigebiet ist somit auch mit Camper kein Problem!

500Eine Tasse Heissgetränk hat ansonsten auch noch niemandem geschadet…

Wasser im Winter.

Es gibt genug Campingplätze, die 365 Tage im Jahr geöffnet haben und für den nötigen Hygieneluxus sorgen. Wenn man dann doch mal auf 2000 m. ü. M. auf dem Parkplatz am Etna steht und nach einer anstrengenden Wanderung das Bedürfnis nach einer Dusche hat, so ist warmes Wasser ein seltenes Gut. Während die ganz Abgehärteten auch bei 0 °C und frischem Bergwind die Zähne zusammenbeissen, so ist eine weniger schmerzhafte Lösung mit einem Falteimer möglich. Hierfür einfach Wasser im Topf heiss machen und im Eimer mit kaltem Wasser auf Wunschtemperatur mischen. So lassen sich mit Hilfe eines Bechers auch ohne Kälteschmerz die Haare waschen. Last but not least lohnt es sich bei einem nahegelegenen Hotel, Restaurant oder eine Tankstelle nach heissem Wasser zu fragen, welches man dann wie gewohnt in die Tanks füllt. Im Winter sind im Alpenraum die Brunnen in der Regel ausser Betrieb, sowie Servicepoints für die Grauwasserentsorgung geschlossen. Man sollte sich frühzeitig auf die Suche machen, um nicht ohne oder mit «zu viel» Wasser dazustehen.


Wie wär´s mit Weihnachten in Andalusien und das bei 20 °C?


Beim Wintercamping gibt es jedoch auch ein paar Dinge auf die man ganz besonders achten muss.

Luftfeuchtigkeit: Pro Tag geben wir rund eine Liter Wasser über unsere Atemluft an die Umgebung ab und vor allem nachts kondensiert diese Feuchtigkeit an den kalten Fensterscheiben. Um diese Feuchtigkeit wieder loszuwerden, ist es unabdingbar morgens und abends durch kurzes Stosslüften die Feuchtigkeit im Camper zu reduzieren und ein paar saubere Microfasertücher parat zu haben.

Wasser: Die Wassertanks befinden sich meisten im Inneren des Fahrzeugs. Nichts desto trotz kann es bei längeren Standzeiten ohne laufende Standheizung im Camper kalt werden – wer die Tanks vorher nicht entleert, läuft Gefahr, dass das Wasser gefriert und die Tanks sprengt! Im Idealfall ist auch die Abwasserleitung isoliert. Wenn es besonders kalt ist, kann man die Standheizung auch auf kleinster Stufe laufen lassen, um die Temperatur im Plusbereich zu halten.

Standheizung und Treibstoffvorrat: In den meisten Camper wird die Standheizung mit dem Fahrzeugdiesel betrieben, so dass man bei einem Winterabenteuer nicht unbedingt auf Reserve fahren sollte. Standheizung verbraucht bei Dauerleistung ca. 0.5 L / Stunde. Da sie natürlich nicht durchgehend läuft, sondern je nach Heizstufe zu- und wieder abschaltet, ist der tatsächliche Verbrauch um einiges tiefer.

Winterreifen und Schneeketten: Neben guten Winterreifen dürfen beim Wintercamping die Schneeketten nicht fehlen. Diese sind im Alpenraum teilweise auch Pflicht. Durch die Grösse und das Eigengewicht eines Campers ist bei eisigen und verschneiten Strassen, vor allem bei Steigungen oder abfallendem Gelände auf eine sichere Fahrweise zu achten. Lieber einmal langsamer um die Kurve, als einen Abflug zu kassieren!

Wintercamping-Helferlein: Auch, wenn es nicht erwähnenswert sein sollte, sei es erwähnt: dicke Handschuhe, ein ordentlicher Eiskratzer, sowie ein Besen für grobe Schneebefreiungsmassnahmen ist das A und O für Wintercamping. Ein Türschlossenteiser ist auch nie verkehrt. Jedoch bringt er wenig, wenn er im Auto liegt, während man an der vereisten Tür rüttelt. Je nach Wetter und Neuschneeprognosen lohnt es sich auch mal einen kleinen Spaten dabei zu haben, falls man sich am Morgen «ausgraben» muss. Letztendlich muss man Wintercamping einfach mal ausprobieren! Entweder um vor der regnerisch bis verschneiten dunklen Jahreszeit in den warmen Süden zu entfliehen oder einfach mal das einzigartige Gefühl zu spüren morgens in einem Winterwonderland aufzuwachen.